Unser Programm für die Wahl am 8. März

Miltenberg kann mehr

Zum ersten Mal treten wir bei der Wahl am 8. März 2026 auf einer gemeinsamen Liste mit den Grünen an. Die Entscheidung dazu ist die konsequente Fortsetzung unserer bisherigen Zusammenarbeit im Stadtrat: Gemeinsam haben wir erreicht, dass Bedenken der Eltern ernst genommen wurden und die Grundschule am jetzigen Standort – behütet im Wohngebiet – saniert und erweitert wird. Gemeinsam haben wir es geschafft, dass unsere Stadt jetzt ein Klimaschutzkonzept mit vielen konkreten Maßnahmen hat. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass Miltenberg ein gutes Stück weit unabhängiger in der Energieversorgung wird und die Wertschöpfung aus den neuen Energiequellen uns allen zugute kommt. Und gemeinsam wollen wir den Bau bezahlbarer Wohnungen mit nachhaltigen Standards vorantreiben. Was wir wollen:

Mehr Wohnungen und moderne Wohnformen

Wir schaffen bezahlbaren Wohnraum durch Genossenschaftsmodelle und öffentliche Förderung. Absoluten Vorrang hat dabei die Entwicklung des Bahnhofsgeländes unter klarer Federführung der Stadt. Dort entsteht ein neuer Lebensraum für die Menschen in Miltenberg. Das Quartier soll ein Vorbild für nachhaltiges und ökologisches Bauen werden.

Wir entwickeln ein Konzept für die Sanierung und Nutzung von Häusern in den Altstadtgassen über eine privatrechtlich organisierte Gesellschaft oder eine Genossenschaft und aktivieren dadurch Leerstände. Wir ermöglichen generationsübergreifende Wohnprojekte und Wohnmodelle für Zielgruppen wie Auszubildende und Studierende sowie moderne alternative Wohnformen wie günstige Mini-Häuser. Quartiersparkplätze in der Altstadt erhöhen die Attraktivität als Wohnviertel.

Mehr Klimaschutz

Die Stadt Miltenberg muss den Klimaschutz und die Energiewende aktiv gestalten. Die EMB soll dafür zur Akteurin in der Energie- und Wärmewende werden. Erneuerbare Energien gehören in die Hände von Stadt, Bürgerinnen und Bürgern. Geld, das mit Windrädern und Photovoltaikanlagen verdient wird, muss in Miltenberg bleiben, damit wir alle etwas davon haben.

In der Altstadt gibt es nur begrenzte Möglichkeiten für Solaranlagen und Wärmepumpen. Damit die Anwohner auch dort günstig und klimafreundlich heizen können, wollen wir ein kaltes Nahwärmenetz schaffen.

Das Klimaschutzkonzept für Miltenberg, das auf unsere Initiative im Stadtrat entstanden ist, muss konsequent umgesetzt werden. Dazu gehören auch Maßnahmen zur Klimaanpassung wie Hitzeschutz in der Stadt durch Stadtgrün, Verschattung und ähnliches.

Weil das Wetter extremer wird, braucht Miltenberg nach den Erfahrungen der Ahrtal-Katastrophe ein Starkregen-Konzept, das Risiken und Gefahrenstellen aufzeigt und im Ernstfall gezielten Katastrophenschutz ermöglicht. So schaffen wir mehr Sicherheit für die Menschen hier.

Mehr Lebensqualität

Miltenberg muss nicht nur für Touristen attraktiv sein, sondern vor allem für die Menschen, die hier leben. Wir wollen Freiräume in der Stadt zu sozialen Begegnungsorten machen, an denen die Menschen zusammensitzen, spielen, entspannen und miteinander kreativ sein können. Die Altstadt soll ein lebendiger Treffpunkt für Jung und Alt werden. Dazu gehört, dass die Stadt – wo immer möglich – barrierefrei gestaltet wird, zum Beispiel durch eine Rollatorspur im Kopfsteinpflaster der Hauptstraße und flächendeckend abgesenkte Bordsteine. Nur so können alle Menschen am Leben in der Stadt teilhaben.

Wir wollen, dass Vereine und Initiativen in der Stadt Räume finden, die sie für Zusammenkünfte und Veranstaltungen nutzen können. Deswegen soll aus dem Amtsgericht ein Bürgerhaus nach Obernburger Vorbild werden – ein Haus der Miltenbergerinnen und Miltenberger. Auch in allen Ortsteilen sollen Begegnungsstätten erhalten oder geschaffen werden. Um den Ortsteilen die Möglichkeit zu geben, selbst kleine Projekte für ihr Dorf zu verwirklichen, planen wir ein angemessenes jährliches Budget für jeden Ortsteil ein.

Wir statten die gesamte Stadt mit attraktiven Spielplätzen aus, die verschiedene Altersgruppen ansprechen.

Mehr Miteinander

Wir machen in der Stadt Politik für die Bedürfnisse der Menschen, die hier leben. Wir hören ihre Anliegen, bevor wir Entscheidungen treffen, und wir berücksichtigen sie. Dazu gehört, dass wir Jugendliche, Senioren oder Menschen mit Migrationshintergrund über Beiräte oder andere Formate fest am politischen Prozess beteiligen.

Miltenberg braucht eine starke Politik für Familien. In der Stadtverwaltung ist eine Ansprechperson erforderlich, die besonders die Belange von Kindern und Jugendlichen im Blick hat und auf die speziellen Bedürfnisse von Familien achtet.

Wir ermöglichen Menschen, die selbst nicht mobil sind, den Besuch von Konzerten, Festen und anderen Veranstaltungen in der Stadt, zum Beispiel durch einen Shuttleservice. Das bedeutet auch, dass selbst die Menschen in Berndiel oder Monbrunn an den Michaelismesse-Wochenenden nachts noch mit dem Bus heimkommen.

Wir setzen uns für Menschen in unserer Gesellschaft ein, die Hilfe brauchen. Deswegen unterstützen wir den Helferkreis für Geflüchtete und gewinnen die umliegenden Gemeinden dafür, gemeinsam aufsuchende Sozialarbeit in Obdachlosen- und Asylunterkünften zu leisten. Eine sozialpädagogische Fachkraft, die direkt in den Häusern vor Ort arbeitet, kann Problemen entgegenwirken und den Menschen helfen, (wieder) in der Gesellschaft Fuß zu fassen. Langfristig senkt dies Kosten für Sozialhilfe.

Projekte aus dem Bildungs- und Sozialbereich werden im Stadtrat von einem eigenen Sozialausschuss begleitet.

Mehr für unsere Vereine

Unsere Vereine leisten einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben in der Stadt. Wir wollen, dass die Stadtverwaltung die Arbeit der Vereine in Miltenberg und den Stadtteilen aktiv unterstützt. Dafür soll es dort eine feste Ansprechperson geben, die den Vorständen mit Rat und Tat zur Seite steht. Die Stadt schafft ein Forum, in dem sich die Vereine regelmäßig austauschen können und das die Zusammenarbeit erleichtert.

Das Mainfest soll als offizielles Stadtfest anerkannt werden. Der Verein Lebendiges Miltenberg wird von der Stadt unterstützt und gefördert.

Mehr Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Ein vernünftiger Umwelt- und Naturschutz verbessert die Lebensqualität für alle Menschen in Miltenberg. Wir wollen, dass die Stadt ihren Beitrag dazu leistet. Wir schaffen Anreize, um Flächen zu entsiegeln und zu begrünen. Eine insektenfreundliche Bepflanzung von öffentlichen und privaten Flächen ist schön anzusehen und fördert die Artenvielfalt. Deswegen sorgen wir auch dafür, dass auf städtischen Flächen auf Gifte verzichtet und naturgemäß gemäht wird. Mit Aktionstagen unterstützen wir die Beseitigung invasiver Arten. Wir ermöglichen Baum- und Beetpatenschaften.

Bei städtischen Veranstaltungen vermeiden wir durch Mehrweg-Angebote Müll. Eine lokale Verpackungssteuer für Miltenberg setzt Anreize für die Gastronomie, ebenfalls auf Mehrweg-Verpackungen umzustellen.

Wir schaffen Bewusstsein für Nachhaltigkeit, indem wir in unseren Schulen und Kitas sowie bei städtischen Veranstaltungen regionales, bio-zertifiziertes Essen zur Auswahl anbieten.

In Miltenberg liegende Kreuzfahrtschiffe werden verpflichtet, Energie ausschließlich aus Strom über die EMB zu beziehen und ihr Abwasser über die hiesige Kanalisation zu entsorgen.

Mehr Mobilität für alle

Wir wollen, dass die Menschen in Miltenberg sich ohne eigenes Auto besser und sicher bewegen können. Das bedeutet, dass wir Bahn- und Busverbindungen, Rad- und Fußwege, aber auch Carsharing-Angebote und E-Mobilität konsequent ausbauen.

Wir kämpfen dafür, den Verkehrslärm von der B 469 in Breitendiel zu verringern.

In Miltenberg selbst verbessern wir den Stadtbus und schaffen in Zusammenarbeit mit dem Kreis und der Aschaffenburg Miltenberg Nahverkehrs GmbH (Amina) bedarfsgesteuerte Verbindungen in die Ortsteile (On Demand). Wir sorgen dafür, dass es einfacher wird, sich im Internet oder einem Faltblatt schnell über Stadtbus-Linien und Haltestellen zu informieren. In neuen Ausschreibungen setzen wir uns dafür ein, dass Elektro-Busse zum Einsatz kommen. So verringern wir Lärm und Abgase an unseren Straßen.

Wir unterstützen ausdrücklich einen zusätzlichen Bahn-Haltepunkt in Miltenberg-West, der eine größere Zahl an Firmen per Bahn erreichbar macht. Wir wirken daran mit, dass der Takt auf der Maintalbahn und der Madonnenlandbahn zwischen Miltenberg und Seckach verbessert wird.

Eine direkte Verbindung für Menschen, die zu Fuß oder mit dem Rad zwischen Miltenberg-West oder dem neuen Quartier Mainzer Straße und Miltenberg-Nord mit dem Bahnhof unterwegs sind, ist uns extrem wichtig. Deswegen setzen wir uns dafür ein, dass eine Mainquerung für diese Zielgruppen entsteht. Das Radverkehrskonzept für die Stadt Miltenberg muss komplett umgesetzt und weiterentwickelt werden. Die Infrastruktur für Alltagsradler mit sicheren Radwegen, schnellen Verbindungen und einfachen Umstiegen in überörtliche Verkehrsmittel bauen wir aus. Ein Bikesharing mit Leihfahrrädern und Lastenrädern setzt Anreize für den Umstieg aufs Rad.

Die Brückenstraße mit der Alten Mainbrücke ist sowohl zu Fuß als auch mit dem Rad die wichtigste Einfallstraße vom Bahnhof in die Stadt. Wir wollen, dass diese Achse neu und attraktiv gestaltet wird. Die Mainstraße soll fußgängerfreundlicher werden. Dazu gehört, dass auch langsamere Menschen oder größere Gruppen sie gefahrlos und ohne Druck queren können. Wir wollen, dass vor allem Kinder sich in den Wohngebieten sicher bewegen können. Wir sorgen dafür, dass die Straßen entsprechend gestaltet werden. Wo möglich, richten wir Spielstraßen ein.

Wir verbessern die Ladeinfrastruktur für E-Autos in Miltenberg. Sowohl Einheimische als auch Besucherinnen und Besucher müssen ausreichend Schnellladestationen vorfinden. Damit nicht jeder Mensch in der Stadt ein eigenes Auto braucht, etablieren wir ein Angebot zum Carsharing. Dabei bevorzugen wir E-Autos, weil sie dazu beitragen, Lärm und Abgase in der Stadt zu verringern.

Mehr ÄrztInnen in Miltenberg halten

Wie gut wir in Miltenberg leben, hängt auch von der medizinischen Versorgung ab. Wir wollen, dass alle Menschen hier problemlos eine Hausärztin oder einen Facharzt finden. Dafür ist es wichtig, attraktive Arbeitsbedingungen für junge Medizinerinnen und Mediziner zu schaffen. Wir setzen dafür auf ein medizinisches Versorgungszentrum (MVZ), das über die bestehende Genossenschaft der Odenwaldallianz geschaffen werden kann, zum Beispiel im weitgehend verwaisten Gebäude des ehemaligen Krankenhauses.

Mehr für Bildung, mehr für die Feuerwehr

Die Stadt Miltenberg hat in den kommenden Jahren zwei große Pflichtaufgaben zu erledigen, die viel zu lange immer wieder aufgeschoben und verzögert wurden: Wir müssen sowohl die Grundschule als auch das Feuerwehrhaus sanieren und erweitern.

Dank des Bürgerbegehrens hat die Sanierung der Grundschule am richtigen Standort endlich begonnen. Wir wollen die besten Bedingungen für unsere Kinder: Die Erweiterung der Klassenräume, der Bau von neuen Lernlandschaften und die Errichtung einer Mensa müssen konsequent weiter vorangetrieben werden. Parallel dazu sind Städte und Gemeinden verpflichtet, die Ganztagsbetreuung an Grundschulen ab dem Schuljahr 2026/27 auszubauen. Ab Herbst 2026 haben Erstklässler einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz – auch in den Ferien. Wir wollen, dass sich das Angebot in unserer Grundschule an den Bedürfnissen von Eltern und Kindern orientiert.

Unsere ehrenamtlichen Einsatzkräfte mahnen es seit Jahren immer wieder an: Das Feuerwehrhaus in Miltenberg muss neu gebaut werden. Wir wollen das trotz der großen Aufgabe Grundschule endlich angehen – und zwar jetzt. Wer seine Freizeit dafür opfert, brennende Häuser zu löschen, schwerverletzte Menschen nach Unfällen aus Autowracks zu schneiden oder unachtsam hinterlassene Ölspuren abzustreuen, verdient unsere absolute Wertschätzung. Diese äußert sich zuallererst in guten und sicheren Arbeitsbedingungen: Unsere freiwilligen Feuerwehrleute sollen sich nicht mehr auf dem Gang oder in der Fahrzeughalle umziehen müssen; sie sollen sich nach dem Einsatz sofort duschen können und nicht giftige Rußreste in ihrer privaten Kleidung mit heimnehmen müssen. All das geht nur in einem Neubau. Wenn wir auch morgen noch Freiwillige haben möchten, die für unsere Sicherheit sorgen, dann müssen wir heute mit dem Bau beginnen – auch wenn die Stadt sich dafür verschuldet.

Mehr Wirtschaftskraft

Die Gewerbesteuer macht einen großen Teil des Geldes aus, das die Stadt Miltenberg für ein Bürgerhaus, eine sanierte Grundschule oder ein neues Feuerwehrhaus zur Verfügung hat. Deswegen wollen wir, dass unsere Firmen hier gute Bedingungen vorfinden und dass der Tourismus zukunftsfähig bleibt, der so viele Besucherinnen und Besucher in unsere Stadt bringt.

Wir wollen nicht, dass Miltenberg digital abgehängt wird. Deswegen setzen wir uns für einen flächendeckenden Glasfaser-Ausbau im gesamten Stadtgebiet ein. Zur Finanzierung wollen wir bestehende Förderprogramm nutzen. Denkbar ist aber auch ein Ausbau über die Stadtwerke (EMB).

Wir unterstützen die Energieversorgung unserer Unternehmen durch günstige erneuerbare Energien vor Ort, indem wir über das Regionale Energiewerk (REW) Windkraft und Photovoltaik ausbauen.

Wir verbessern den Austausch mit den Firmen vor Ort durch einen regelmäßigen Jour fixe mit der Bürgermeisterin und einer festen Kontaktperson in der Verwaltung. Der Einzelhandel und Veranstaltungen zugunsten der Stadt werden durch eine eigene Stadtmarketing-Fachkraft unterstützt. Wir vermarkten die Fairtrade-Zertifizierung der Stadt besser.

Wir richten den Blick auf neue Konzepte im Tourismus. Wie wollen einen nachhaltigen, sanften Tourismus, der sich über Flusskreuzfahrten und Tagesausflüge hinaus neue Zielgruppen erschließt, zum Beispiel Menschen, die naturverbunden Urlaub machen möchten.

Mehr Bürgerfreundlichkeit

Die Digitalisierung der Verwaltung hat für uns oberste Priorität: Niemand soll mehr für seinen Anwohnerparkausweis persönlich im Rathaus vorsprechen müssen. Wir wollen, dass die Miltenbergerinnen und Miltenberger ihre Amtsgeschäfte einfach von zuhause aus erledigen können.

Geht dies nicht, soll ein Servicebüro im Rathaus die erste Anlaufstelle sein. Wir wollen vermeiden, dass Menschen hilfesuchend im Flur stehen. Eine feste Anlaufstelle verweist Besucher gleich ins richtige Büro und informiert die zuständige Person in der Verwaltung.

In jeder Sitzung des Stadtrats soll es eine Bürgerfragestunde geben. Sie erhält einen festen Platz auf der Tagesordnung. Wir verbessern die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt und erklären Entscheidungen des Stadtrats für alle verständlich. Das „Schnatterloch“ machen wir zu seinem echten Amtsblatt, das an alle Haushalte in Miltenberg verteilt wird, nicht nur an die, die Werbung dulden. Wir stärken die Mitwirkungsmöglichkeiten Menschen in Miltenberg.

Die Einbindung der Ortsteile in Miltenberg liegt uns sehr am Herzen. Die Kommunalpolitik ist meist stark auf die Stadt fokussiert, vernachlässigt dabei aber die Ortsteile und ihre individuellen Bedürfnisse. Das werden wir ändern: Wir setzen uns ein für regelmäßige feste Sprechstunden der Verwaltung in den Ortsteilen, bei denen auch Verwaltungsgeschäfte erledigt werden können. Diese Sprechstunden sollen Teil des Konzepts „Rathaus vor Ort“ sein, in dem die Verwaltung über die üblichen Bürgerversammlungen hinaus eine Anlaufstelle in den Ortsteilen bietet. Sofern geeignete Räume vorhanden sind, tagt der Stadtrat einmal pro Wahlperiode in jedem Ortsteil. Über diese und andere Initiativen stärken wir die Mitwirkungsmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger.